Unterbringung im Alten- oder Pflegeheim

Die Entscheidung, einen Angehörigen in einem Seniorenheim bzw. Pflegeheim unterzubringen, fällt vielen Menschen schwer. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Heimtypen: das Altenwohnheim, das Altenheim und das Pflegeheim.

In Altenwohnheimen leben die Bewohnerinnen und Bewohner relativ eigenständig in kleinen Wohnungen mit eigener Küche. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Mahlzeiten in Gesellschaft der anderen Bewohnerinnen und Bewohner einzunehmen. Altenheime gewährleisten älteren Menschen, die ihren Haushalt nicht mehr eigenständig führen können, pflegerische Betreuung und hauswirtschaftliche Unterstützung. Auch hier leben die

Bewohnerinnen und Bewohner oft in abgeschlossenen kleinen Wohnungen oder Apartments.In Pflegeheimen leben die Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel in Einzel- oder Doppelzimmern, in die häufig eigene Möbel mitgenommen werden können. Eine umfassende pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung ist gewährleistet. In den meisten Einrichtungen findet man heutzutage eine Kombination der drei traditionellen Heimtypen Altenwohnheim, Altenheim und Pflegeheim.

Wenn Sie auf der Suche nach einem geeigneten Senioren- bzw. Pflegeheims sind, sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

  • Wie ist das Verhältnis von Vollzeitkräften zu Bewohnern?

  • Passt die Altersstruktur zu Ihrem Angehörigen?

  • Wie weit ist das Heim von Ihrem Zuhause und Ihrem Arbeitsplatz entfernt?

  • Besuchen Sie das Heim: Wie ist Ihr persönlicher Eindruck? Was sagt Ihr “Bauchgefühl”? Schauen Sie ruhig einmal vormittags vorbei.

  • Zur Bewertung des Heimes durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK): Die Gesamtnote sagt nur wenig über die pflegerische Qualität des Pflegeheims aus. Mit einer guten „Verwaltung“ können pflegerische Mängel rechnerisch kompensiert werden. Betrachten Sie also auch im Detail das Ergebnis - speziell auch die Teilnote durch Befragung der Bewohner.

Für Ihre Suche empfehlen wir Ihnen die Seiten von Heimverzeichnis.de [https://www.heimverzeichnis.de/]: Die Seite bietet Ihnen eine klar strukturierte, bundesweite Suche nach einem Pflegeheim und viele weitere Informationen.

Was kostet das?

Die Kosten einer Unterbringung in einem Seniorenheim werden in der Regel je nach Pflegegrad berechnet. Besteht kein Pflegegrad, dann müssen alle Kosten selbst getragen werden. Der Platz in einem Pflegeheim hängt von verschiedenen Kriterien ab und variiert stark: Je nach Region kostet das Einbettzimmer zwischen 3100 Euro und auch deutlich über 4400 Euro.

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss zu den Heimkosten. Dieser hängt vom Pflegegrad ab und beträgt 125 Euro (Zuschuss Pflegegrad 1), 770 Euro (Pflegegrad 2), 1262 Euro (Pflegegrad 3), 1775 Euro (Pflegegrad 4) sowie 2005 Euro im Pflegegrad 5. Die Kosten fallen immer pro Person an. Deshalb kann es unter Umständen bei Ehepaaren sinnvoll sein eine häusliche Versorgung in Anspruch zu nehmen. Allerdings sind alle hier genannten Kostenangaben beispielhaft und variieren (je nach Region) stark. 

Reichen die Leistungen der Pflegekasse, das Einkommen, das vorhandene Vermögen und das Pflegewohngeld immer noch nicht zur Bezahlung der monatlichen Gesamtkosten des Heimaufenthalts aus, dann übernimmt das Sozialamt die verbleibenden ungedeckten Kosten. Das Sozialamt überprüft dann routinemäßig die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Ehepartners des Pflegebedürftigen und die seiner Kinder. Kinder haften für ihre Eltern, auch wenn es hier Freibeträge gibt.

Im Senioren- und Betreuungszentrum erhalten (je nach Region) rund 40 Prozent der Bewohner Sozialhilfe, 15 Prozent sind Pflegewohngeldbezieher und 45 Prozent Selbstzahler. Bezieher von Sozialhilfe erhalten ein Taschengeld (Barbetrag) als „Hilfe zum Lebensunterhalt“, mit dem sie ihre persönlichen Wünsche (Kosmetikartikel, Friseurbesuche, Fußpflege, Instandhaltung von Schuhen/Kleidung) teilweise finanzieren können.

Unsere Einschätzung:

Es gibt kein "gut" oder "schlecht" - manchmal ist ein Pflegeheim einfach die bessere Lösung. Ist jemand schwerst pflegebedürftig oder stark dement, dann ist eine häusliche Versorgung nicht unbedingt einfach zu organisieren.  Und nicht immer möchten Angehörige in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus bleiben. Am wichtigsten ist hier der Wunsch des Betroffenen. Nach unseren Erfahrungen möchte jedoch die überwiegende Anzahl von Menschen zuhause bleiben, solange es irgendwie geht.